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bühne

Ich schreibe und spiele Programme, die Musik und Sprache inhaltlich miteinander verbinden. Lieder/vertonte Gedichte, Klavierwerke und Lesungen aus Romanen, Briefen, Tagebüchern, journalistischen Texten und Interviews stellen Bekanntes in einen unbekannten Kontext, überbrücken historische und stilistische Distanzen, eröffnen neue Perspektiven und regen zum Mitfühlen und Nachdenken an.

veranstaltungen programme aufnahmen

 

veranstaltungen

lieder jüdischer komponist*innen

Die Wiener Gelassenheit und der scharfzüngige Humor von Gustav Mahler, die jiddischen Lieder Viktor Ullmanns, die kristallklaren Klänge von Felix Wolfes, die Lieder von Ruth Schonthal und Ursula Mamlok, die die Erfahrung der Shoa und des Weiterlebens bezeugen und die heitere Freundlichkeit von Walter Arlen: 100 Jahre musikalisches Schaffen jüdischer Künstler*innen.

Mit Pia Viola Buchert, Mezzosopran.

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cherchez la femme

Foto: Joscha Nivergall

Frauen im Spiegel französischer Literatur und Musik 

Bilder von Frauen sind in der Kunst so allgegenwärtig wie im Leben und zeigen Frauen in vielen verschiedenen Rollen: als engelsgleiches Wesen, als attraktives Objekt des Begehrens, als Muse, als Dienende, als herrische Furie, als unschuldige Maid und als schrullige Alte. »Cherchez la femme« kombiniert französische Frauenbilder des 19. Jahrhunderts mit unserer Gegenwart und fragt heutige Frauen, in welchen Bildern sie sich wieder erkennen.

Lesungen von Gustave Flaubert und Honoré de Balzac, Klaviermusik und Lieder von Frédéric Chopin, Richard Wagner, Claude Debussy und anderen. Mit Hagar Sharvit, Mezzosopran, Anna Jörgens und Simon Gierlich, Lesungen.

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»so herrlich wie in keinen maiennächten«

Foto: Marcel Plavec

Dieses außergewöhnliche Programm umfasst Lieder der in ihrer Zeit hochgeschätzten, heute jedoch wenig bekannten Komponisten Othmar Schoeck (1886–1957) und Conrad Ansorge (1862–1930. Das Liedœuvre Schoecks ist mit ca. 400 Kompositionen im 20. Jahrhundert eine Ausnahme und weist auf die Liedtradition des 19. Jahrhunderts zurück. Seine späteren Liedopera sind Sammlungen nach Dichtern des 19. Jahrhunderts. Schoecks Lieder sind seit den 1920er Jahren durch verschärfte Dissonanzbildung und farbige Harmonik geprägt, in den späten Liedern überwiegen nicht-funktionale Klangfarbenfolgen und dissonant gefärbte Akkorde gegenüber traditioneller Harmonik.

Ansorge wurde zu seiner Zeit auf den gleichen Rang wie Richard Strauss gestellt. Seine über 100 Lieder fanden in den von Décadence, ausklingen­dem Naturalismus und Symbolismus ge­prägten literarischen Kreisen um und nach 1900 großen Anklang – in Wien wurde ein Ansorge-Verein gegründet, in dem Arnold Schönberg sich von dessen Schaffen inspirieren ließ. Er wurde insbesondere von Richard Dehmel (1863–1920) hoch geschätzt, der nur ihm die Fähigkeit zuerkannte, seine Texte angemessen zu vertonen. Ansorge war mit vielen zeitgenössischen Dichtern bekannt und hat überwiegend zeitgenössische Lyrik vertont. Seine Lieder sind durch seelische Stimmungsbilder, eine innere Befindlichkeit, geprägt. (Text: Elisabeth Schmierer).

Mit Daniel Johannsen, Tenor

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love is a stranger

Woraus entsteht Verbindung und Beziehung? Wie wird aus Distanz Nähe, aus Fremde Heimat, aus Unbekanntem Vertrautes? Wie wird aus zwei Fremden ein sich liebendes Paar? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Projekt „Love is a stranger?“: In Interviews mit bikulturellen Paaren entstehen Annäherungen an Antworten, Porträtfotographien erlauben einen Blick auf den Anderen und das Miteinander.

Die Aussagen von Menschen, für die Fremde, Liebe und Heimat gelebtes Leben sind, begegnen in einem Liederabend Gedichten und deren Vertonungen des 19. Jahrhunderts, die um ebendiese Themen kreisen.

Eine Kooperation des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe mit der Musikhochschule Münster und dem Fachbereich Design der Westfälischen Wilhelms Universität Münster.

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»im eis des mondes wandern wir«

Ein nationalsozialistischer Übergriff während einer Tosca-Aufführung im Dortmunder Stadttheater zwang den jüdischen Dirigenten und Komponisten Felix Wolfes im März 1933 zur Flucht in die USA. Im November 2021 kehren seine Lieder und Briefe zurück: Im Rahmen der Initiative »1700 Jahre jüdisches Leben und Deutschland« und gefördert von der Stiftung Lichterfeld und dem Landschaftsverband Westfalen Lippe stellen Studierende der Folkwang Universität der Künste und des Orchesterzentrum | NRW im Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund Auszüge aus dem Leben und Werk von Felix Wolfes vor und bieten so eine Gelegenheit, es zu erinnern oder neu kennenzulernen.

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»ich wandre durch theresienstadt«

Viktor Ullmann, Pavel Haas, Gideon Klein und Ilse Weber lebten und komponierten im Konzentrationslager Theresienstadt. Sie setzten den menschenunwürdigen Lebensbedingungen des Lagers ihre Kreativität entgegen,  oder, wie Viktor Ullmann es formulierte:„…zu betonen ist, dass wir keinesweg bloss klagend an Babylons Flüssen sassen und dass unser Kulturwille unserem Lebenswillen adäquat war.“

Ihre Lieder schließen in unterschiedlicher Weise an die musikalische Avantgarde der 1920er und 1930er Jahre an; beschreiben den Alltag in Theresienstadt und lassen uns ihr eigenes Schicksal und ihre Anteilnahme am Schicksal anderer spüren.

Die immerwährende Aufgabe, die die Geschichte Theresienstadts an uns Nachgeborene heranträgt, lautet: „Gebt acht, dass Menschen einander nicht noch einmal solches Leid zufügen.“ Meinen Beitrag dazu leiste ich, indem ich die Werke der verfolgten und ermordeten Komponist*innen spiele und dadurch lebendig halte. Denn unabhängig vom Schicksal ihrer Urheber*innen sind diese Lieder großartige Musik, die Leid und Zeit überdauert.
Mit Sybille Plocher, Sopran.

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bach brahms fontane

Foto: Tatjana Dravenau

Der Stechlin - wer ist denn nun der Stechlin?

Es gibt den See Stechlin, der Wald darum herum heißt: Stechlin, ebenso das Dorf, und der Schlossherr heißt, wen wundert's, Stechlin. Stechlin, der alte, denn es gibt auch den jungen Stechlin.

Der Stechlin: ein kleiner Punkt auf der Karte, ein Fixpunkt, von dem alles ausgeht, um den alles kreist, bis aus Kreisen und sich vergrößernden Kreisen ein ganzes Weltgeschehen entsteht. In diesem Stechlin spiegeln sich die Fugen von Johann Sebastian Bach, die späten Intermezzi von Brahms.

Bach, Brahms und Fontane - drei große, alte Männer treffen sich in diesem Programm, um in nordisch-protestantischer, ausschweifender Kargheit über ihr beinahe vergangenes Leben und über das zukünftiger Generationen zu sinnieren.

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briefprogramm clara und
robert schumann

Quelle: Robert-Schumann-Haus Zwickau

Tausende von Briefen wechselten Clara und Robert Schumann mit den bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten des 19.Jahrhunderts.

Die erste wissenschaftliche Gesamtausgabe dieser Korrespondenz im Kölner Verlag Christoph Dohr wird mit einem Liederabend der Sopranistin Irmke von Schlichting vorgestellt. Der Editionsleiter und Direktor des Schumannhauses Zwickau, Dr. Thomas Synofzik, und seine Frau Katrin Reyersbach schlüpfen in die Rollen von Robert und Clara und lesen vor, wie die beiden komponierenden Gatten sich in ihren Briefen über ihre Lieder austauschten.

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joseph von eichendorff:
»Ahnung und Gegenwart«

Quelle: Wikipedia: Foto H.-P.Haack (Eduard Eichens)

Der Roman „Ahnung und Gegenwart“ von Joseph von Eichendorff erzählt von Wanderungen durch die äußere Welt und durch die innere Seele.

Der junge Graf Friedrich bereist die Landschaften und die Gesellschaft seiner Zeit, erlebt Liebe und Schmerz, Krieg und Religion, fröhliche Geselligkeit und  Waldeinsamkeit, Hoffnung, Sehnsucht und innere Einkehr und reift darüber vom Jüngling zum Mann. Gelesene Romanpassagen wechseln sich ab mit Liedern von Robert Schumann und Hugo Wolf, von Hans Pfitzner und Erich Korngold, von Felix Mendelssohn und Ethel Smyth, Manfred Trojahn und Othmar Schoeck.

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beziehungskünstler - künstlerbeziehungen

Tanz-Skizze: Ilse Straeter

Die Künstler des 19. Jahrhunderts waren in einem Netz vielschichtiger Beziehungen miteinander verwoben. Familiäre Verbindungen, Freundschaften, kollegialer Austausch und leidenschaftliche amour fou begegnen, vermischen und verwandeln sich ineinander. Clara Wieck und Robert Schumann, Fanny Hensel und Felix Mendelssohn, Johannes Brahms, Pauline Viardot Garcia, Frederic Chopin und George Sand kommen mit ihren Briefen und Tagebucheinträgen zu Gehör ebenso wie mit den Musikwerken, die sie sich gegenseitig widmen und in denen sie sich spiegeln. In ihren Diskursen wie in ihrer Kunstausübung zeigt sich, dass die künstlerische und private Lebensform nicht nur von Gesellschaft und Konvention, von Begabung und Ausbildung geprägt ist, sondern entscheidend von ihrer Ausgestaltung durch die eigene Persönlichkeit.

Entwickelt für die Festwoche 2015 im Schumann-Haus Leipzig.

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müllerin plus

Foto: Jim Rakete

Die Geschichte des Müllersburschen, der auszieht, um „Arbeit für Herz und Hand“ zu finden, sich in die Müllerstochter verliebt und am Ende doch gegen den Jäger verliert, wird mit den Gedichten von Wilhelm Müller und der Musik von Franz Schubert regelmäßig auf vielen Bühnen erzählt. Weniger bekannt ist, dass es zu Beginn des 19. Jahrhunderts einen regelrechten Müller-liebt-Müllerin-Hype gab, der Gesellschaftsspielen im privaten Salon ebenso wie viel beachteten Opernaufführungen ein Sujet gab. Das Programm »Müllerin Plus« streut zwischen Schuberts Lieder Gedichte zum Thema von Johann von Goethe, Adalbert von Thale, Joseph von Eichendorff, Luise Hensel, Hedwig Stägemann und Heinrich Schütz. Entwickelt für die Brandenburgischen Sommerkonzerte 2016.

Mit Daniel Johannsen, Tenor und Corinna Kirchhoff, Lesungen.

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frauen um goethe

Foto: Joscha Nivergall

"Welch Glück, geliebt zu werden! Und lieben, Götter, welch ein Glück!"

Goethe hat viele Frauen geliebt und inspiriert durch seine Gefühle für sie viele Gedichte und Briefe geschrieben, die wiederum mit Gedichten und Briefen beantwortet wurden.

Von Käthchen Schönkopf bis Ulrike von Levetzow folgt dieses Programm Goethes Lebens- und Beziehungswerk und lässt in Liedern und Texten beide Seiten im immerwährenden Dialog hörbar werden.

Entwickelt für die Goethe Gesellschaft Berlin.
Mit Anne-Carolyn Schlüter, Mezzosopran.

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blumenlieder

Foto: Joscha Nivergall

„Der Blume Wort oder die Sprache des Gefühls“ – im 19. Jahrhundert war die Kunst, „durch die Blume zu sprechen”, Gefühlen kodiert Ausdruck zu verleihen, hoch entwickelt.

Ein musikalischer Spaziergang durch die Blütenpracht der Lieder von Carl Loewe und Robert Schumann vorbei an den Miniaturen des »Catalogue des fleurs« von Darius Milhaud, weiter zu den Klassikern der Mélodies wie »Fleurs jeté« und »Roses d'Ispahan« von Gabriel Fauré bis hin zu den herrlichen „Mädchenblumen“ von Richard Strauss erzählt von den Geheimnissen, die floral verschleiert übermittelt wurden.

verdammtes glück

Foto: Andre Zelck

Mit Stimme und Klavier suchen der Sänger René Roseburg und die Pianistin Tatjana Dravenau das Glück und finden die vielfältigen Verlockungen der Liebe. Cole Porter entführt in die Leichtigkeit des Swings, Bertolt Brecht offenbart wütend den Schmerz, während Jacques Brel mit sehnsüchtiger Melancholie verzaubert. Und über allem steht der fröhliche schwarze Humor, mit dem Georg Kreisler das Leben und die Liebe erträgt.

Kommen Sie mit in den Hafen von Amsterdam, hören Sie den Song von der Mandelay, tanzen Sie den Valse a mille temps, erleben Sie Just one of those things und lassen Sie sich ein auf unser Verdammtes Glück: Let’s do it!

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aufnahmen

©Marcel Plavec

Evelyn Faltis | Rainer Maria Rilke: Liebeslied, op. 8,5
Daniel Johannsen, Tenor
Tatjana Dravenau, Klavier

Felix Wolfes | Siegbert Stehmann: Eisnacht (1954)
Daniel Johannsen, Tenor
Tatjana Dravenau, Klavier

©Angelika Forsberg

»So herrlich wie in keinen Maiennächten“
Konzertfilm mit Liedern von Conrad Ansorge und Othmar Schoeck
Daniel Johannsen, Tenor | Tatjana Dravenau, Klavier
Culiner Creative Circle

©Yoel Culiner

Johannes Brahms:
Intermezzo op. 117,3
Tatjana Dravenau, Klavier

©Tatjana Dravenau

Joseph Haydn
Variationen f-moll, Hob XVII,6
Tatjana Dravenau, Klavier

©Tatjana Dravenau

Franz Schubert
Impromptu Es-Dur, op. 90,2
Tatjana Dravenau, Klavier

©Isabelle Tipp

Robert Schumann
Kinderszenen op. 25
Tatjana Dravenau, Klavier

©Tatjana Dravenau

Ludwig van Beethoven
Alois Jeitteles:
An die ferne Geliebte, op. 98
Julian Orlishausen, Bariton
Tatjana Dravenau, Klavier

©Sofia Orlishausen

Mel Bonis: Soir
Violine: Gergana Petrova
Violoncello: Franziska Lüdicke
Klavier: Tatjana Dravenau

Robert Schumann
Adalbert von Chamisso: Frauenlieb und -leben, op. 42
Pia Viola Buchert, Mezzosopran
Tatjana Dravenau, Klavier

©Dirk Schelpmeier

»Ich wandre durch Theresienstadt« Lieder von Ilse Weber, Gideon Klein, Pavel Haas, Viktor Ullmann Sybille Plocher, Sopran | Tatjana Dravenau, Klavier Folkwang EDITION | CD 005

©Dario Kraus

Lieder von Robert Schumann, Hans Pfitzner und Richard Strauss
Andreas Post, Tenor
Tatjana Dravenau, Klavier
Genuin 020204-1

©Andre Zelck